Humanes Menopausengonadotropin (hMG), auch Menotropin genannt, ist ein Fruchtbarkeitsmedikament, das aus dem Urin von Frauen nach der Menopause gewonnen wird. Es liefert zwei Arten von Hormonaktivität in gleicher Menge: follikelstimulierendes Hormon (FSH), das die Entwicklung von Eizellen und Spermien antreibt, und Aktivität des luteinisierenden Hormons (LH), die die Bildung von Sexualhormonen antreibt. Das einzige Präparat in den USA ist heute Menopur von Ferring.
In den USA ist Menopur nur für Frauen zugelassen, um bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) mehrere Eibläschen (Follikel) heranreifen zu lassen. In Großbritannien umfasst die Fachinformation außerdem Männer mit hypogonadotropem Hypogonadismus (niedriges Testosteron und fehlende Spermienbildung infolge eines Versagens der Hypophyse oder des Hypothalamus); dort wird es zusammen mit hCG gegeben, um die Spermienbildung in Gang zu bringen. Außerhalb der Medizin wird es manchmal zu den Medikamenten der „Post-Cycle-Therapie“ gezählt, doch der einzige veröffentlichte Beleg, den wir für seine Anwendung bei Männern nach anabolen Steroiden gefunden haben, ist ein einzelner Fallbericht.
Diese Seite fasst zusammen, was die Fachinformationen der FDA (US-Arzneimittelbehörde) und aus Großbritannien, klinische Studien und Behörden berichten. Sie dient nur der Information und ist keine medizinische Beratung.
| Eigenschaft | Angabe |
|---|---|
| Wirkstoffklasse | Gonadotropin; Gemisch aus Urin mit FSH- und LH-Aktivität |
| Handelsnamen / US-Zulassung | Menopur (Ferring, 2004; das einzige in den USA vermarktete Präparat); früher Pergonal (1975), Humegon und Repronex, alle vom Markt genommen |
| Applikationsweg | Subkutan (US-Fachinformation); subkutan oder intramuskulär (britische Fachinformation) |
| Stärke | Durchstechflaschen mit 75 IE FSH-Aktivität plus 75 IE LH-Aktivität |
| Dosierung laut Fachinformation | Frauen bei IVF: 225 IE/Tag zu Beginn, maximal 450 IE/Tag; Männer (nur britische Fachinformation): 75–150 IE zwei- oder dreimal pro Woche mit hCG |
| Halbwertszeit (FSH) | 11–13 h nach Mehrfachgabe (US-Fachinformation); 30 ± 11 h s.c. und 27 ± 9 h i.m. (britische Fachinformation) |
| Zentrale Tatsache zum Wirkmechanismus | Die LH-Aktivität stammt hauptsächlich von hCG, nicht von LH selbst |
| Status in den USA | Verschreibungspflichtiges Biologikum (seit März 2020 als BLA geltend); keine kontrollierte Substanz der DEA |
| WADA-Status | Enthält hCG und LH, die bei Männern beide jederzeit verboten sind (S2.2.1) |
Was es ist
Die US-Fachinformation beschreibt Menopur als Zubereitung von Gonadotropinen mit FSH- und LH-Aktivität, die aus dem Urin von Frauen nach der Menopause gewonnen und weiter aufgereinigt wird. Jede Durchstechflasche enthält 75 IE FSH-Aktivität und 75 IE LH-Aktivität, mit Lactose, Polysorbat 20 und einem Phosphatpuffer als sonstigen Bestandteilen (Menopur US label). Die Wirkstärke wird durch Bioassays an Ratten bestimmt (Zunahme des Eierstockgewichts für FSH, Zunahme des Samenblasengewichts für LH) und an internationalen Standards der Weltgesundheitsorganisation ausgerichtet. Die Fachinformation weist darauf hin, dass im Präparat hCG nachweisbar ist.
Die britische Fachinformation äußert sich deutlicher dazu, woher die LH-Aktivität stammt (Menopur UK SmPC):
| Bestandteil | Herkunft | Rolle im Präparat |
|---|---|---|
| FSH | Urin von Frauen nach der Menopause | Liefert die gesamte FSH-Aktivität |
| LH | Urin von Frauen nach der Menopause (geringe Mengen) | Kleiner Beitrag zur LH-Aktivität |
| hCG | Urin nach der Menopause, plus hCG aus dem Urin schwangerer Frauen, das „zugesetzt werden kann“ | Hauptträger der LH-Aktivität |
In der Praxis verhält sich eine Durchstechflasche hMG also wie FSH plus eine kleine Dosis hCG. Das ist der wesentliche Unterschied zu hCG allein, das LH-ähnliche Aktivität bei geringer FSH-Wirkung liefert.
Was FSH- und LH-Aktivität bewirken
Laut britischer Fachinformation wirkt hMG direkt auf Eierstöcke und Hoden:
- In den Eierstöcken erhöht FSH die Zahl der heranwachsenden Follikel. Die LH-Aktivität regt die Thekazellen zur Bildung von Androgenen an, die von FSH-stimulierten Granulosazellen in Estradiol umgewandelt werden.
- In den Hoden lässt FSH die Sertoli-Zellen (die „Ammenzellen“, die die sich entwickelnden Spermien versorgen) und die Samenkanälchen ausreifen. Die Spermienbildung erfordert außerdem einen hohen Androgenspiegel im Hoden, der laut Fachinformation „durch eine vorherige Behandlung mit hCG erreicht werden kann“.
Weil hMG auf die Keimdrüsen selbst wirkt, ersetzt es die Signale der Hypophyse, statt die Hypophyse wieder in Gang zu bringen. Medikamente, die weiter oben an Hypothalamus oder Hypophyse ansetzen, etwa Clomifen, Enclomifen und Gonadorelin, wirken anders.
Pharmakokinetik
Die beiden Fachinformationen berichten FSH-Kinetikdaten aus unterschiedlichen Studien an gesunden prämenopausalen Frauen, deren eigene Hypophysenausschüttung unterdrückt worden war. LH ließ sich nicht modellieren; laut britischer Fachinformation waren die LH-Daten zu spärlich.
| Parameter (FSH) | US-Fachinformation, Studie 2000-03 | Britische Fachinformation |
|---|---|---|
| Schema | 225 IE einmalig oder 225 IE, dann 150 IE/Tag über 6 Tage | 150 IE/Tag über 7 Tage |
| Spitzenspiegel, Mehrfachgabe | 15,0 mIE/mL s.c.; 12,5 mIE/mL i.m. | 8,9 IE/L s.c.; 8,4 IE/L i.m. (basiswertkorrigiert) |
| Zeit bis zum Spitzenspiegel | 17,9 h s.c. und 27,5 h i.m. (Einzelgabe); 8–9 h (Mehrfachgabe) | Innerhalb von 7 h |
| Eliminationshalbwertszeit | 11–13 h (Mehrfachgabe, s.c. und i.m. ähnlich) | 30 ± 11 h s.c.; 27 ± 9 h i.m. |
| Ausscheidung | Nicht beschrieben | Hauptsächlich über die Nieren |
Quellen: Menopur US label; Menopur UK SmPC.
Die beiden Schätzungen der Halbwertszeit unterscheiden sich um mehr als das Doppelte, und die britische Fachinformation betont eine „große interindividuelle Variabilität“. In der US-Studie ging die subkutane Gabe tendenziell mit einer höheren Exposition einher als die intramuskuläre. Keine der beiden Fachinformationen enthält Daten zu Männern oder zu Menschen mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion.
Zugelassene medizinische Anwendung
Vereinigte Staaten
Die einzige US-Indikation von Menopur ist die Entwicklung mehrerer Follikel und das Herbeiführen einer Schwangerschaft bei ovulierenden Frauen im Rahmen eines Zyklus der assistierten Reproduktion (ART) (Menopur US label). Bei Männern hat es in den USA keine Indikation.
| Dosierung laut Fachinformation (Frauen bei IVF) | Angabe |
|---|---|
| Anfangsdosis | 225 IE/Tag s.c. ab Zyklustag 2 oder 3, nach Suppression der Hypophyse mit einem GnRH-Agonisten |
| Anpassungen | Nach 5 Tagen, anhand von Ultraschall und Estradiol; nicht häufiger als alle 2 Tage und jeweils um nicht mehr als 150 IE |
| Maximum | 450 IE/Tag; nicht länger als 20 Tage |
| Letzter Schritt | hCG wird gegeben, sobald die Follikel reif sind, und bei hohem OHSS-Risiko zurückgehalten |
Vereinigtes Königreich
Die britische Fachinformation umfasst Anovulation, die nicht auf Clomifen anspricht, kontrollierte ovarielle Stimulation für die ART sowie hypogonadotropen Hypogonadismus bei Männern, wobei es zusammen mit hCG zur Anregung der Spermienbildung gegeben wird (Menopur UK SmPC). Sie weist darauf hin, dass Männer mit primärem Hodenversagen in der Regel nicht ansprechen.
Für Männer beschreibt die britische Fachinformation folgende Abfolge:
- zuerst hCG 1.000–2.000 IE zwei- bis dreimal pro Woche;
- dann hMG 75 oder 150 IE (jeweils FSH- und LH-Aktivität) zwei- oder dreimal pro Woche;
- fortgesetzt über mindestens 3 oder 4 Monate.
Regulatorischer Status
- Zulassungsgeschichte. Drugs@FDA führt vier Menotropin-Präparate: Pergonal (zugelassen am 22. August 1975), Humegon (1994), Repronex (1999) und Menopur (29. Oktober 2004). Nur Menopur ist noch auf dem Markt (Drugs@FDA; FDA list of deemed BLAs).
- Biologikum seit 2020. Alle vier Menotropin-Zulassungen standen auf der FDA-Liste der Arzneimittelzulassungen, die am 23. März 2020 als Biologika-Lizenzen (BLA) „gelten“ (FDA list of deemed BLAs).
- Keine kontrollierte Substanz. Menotropin erscheint weder auf der Liste kontrollierter Substanzen der DEA (US-Drogenbehörde) (DEA list) noch unter den anabolen Steroiden in Schedule III (Anlage III des US-Betäubungsmittelrechts) (21 CFR 1308.13). Es ist ein verschreibungspflichtiges Medikament.
- Sport. Die Verbotsliste 2026 nennt hMG nicht ausdrücklich, verbietet aber Choriongonadotropin (CG) und LH bei Männern jederzeit als „testosteronstimulierende Peptide“ (S2.2.1). Die Klasse S2 umfasst außerdem Substanzen mit ähnlicher biologischer Wirkung (WADA 2026 Prohibited List). hMG enthält sowohl hCG als auch LH.
Was die Forschung zeigt
IVF: hMG im Vergleich zu rekombinantem FSH
Die meisten Belege zu hMG stammen aus IVF-Studien, die es mit rekombinantem FSH (rFSH) vergleichen, das keine LH-Aktivität besitzt. Drei große randomisierte Studien mit verblindeten Auswertenden fanden hMG beim primären Schwangerschaftsendpunkt nicht unterlegen:
| Studie | Design und n | Fortbestehende Schwangerschaft, hMG vs. rFSH | Weitere Ergebnisse |
|---|---|---|---|
| MERiT (Andersen et al., Hum Reprod 2006) | RCT mit verblindeten Auswertenden, 731 Frauen, langes GnRH-Agonisten-Protokoll | 27 % vs. 22 % (OR 1,25; 95-%-KI 0,89–1,75) | Weniger Eizellen mit hMG (10,0 vs. 11,8), aber mehr Embryonen höchster Qualität (11,3 % vs. 9,0 %) |
| MEGASET (Devroey et al., Fertil Steril 2012) | RCT mit verblindeten Auswertenden, 749 Frauen, GnRH-Antagonisten-Protokoll, Transfer einer einzelnen Blastozyste | 29 % vs. 27 % (Intention-to-treat) | Kumulative Lebendgeburtenrate 40 % vs. 38 % |
| MEGASET-HR (Witz et al., Fertil Steril 2020) | RCT mit verblindeten Auswertenden, 620 voraussichtliche High Responder (AMH ≥5 ng/mL) | 35,5 % vs. 30,7 % | OHSS 9,7 % vs. 21,4 %; kumulative Lebendgeburtenrate 50,6 % vs. 51,5 % |
Die Zulassungsstudie der US-Fachinformation (373 Frauen unter Menopur) berichtete pro Zyklus eine fortbestehende Schwangerschaft bei 23 % und eine klinische Schwangerschaft bei 26 % und fand Menopur gegenüber rFSH nicht unterlegen (Menopur US label).
Die gepoolte Evidenz hat sich im Lauf der Zeit verschoben:
- Der Cochrane-Review von 2011 (42 Studien, 9.606 Paare) fand keinen klaren Unterschied bei der Lebendgeburtenrate zwischen rFSH und urinären Gonadotropinen als Gruppe (OR 0,97; 95-%-KI 0,87–1,08) (van Wely et al., Cochrane 2011).
- Die Aktualisierung von 2026 (59 Studien, 18.119 Frauen) verglich rFSH gezielt mit hMG. Die Lebendgeburtenrate war mit rFSH wahrscheinlich niedriger (OR 0,83; 95-%-KI 0,73–0,95; 15 Studien, 4.793 Teilnehmende) und OHSS wahrscheinlich häufiger (OR 1,42; 95-%-KI 1,12–1,80; 37 Studien), beides mit moderater Vertrauenswürdigkeit der Evidenz bewertet (Berkhout et al., Cochrane 2026). Das Autorenteam merkte an, dass viele Studien von der Industrie gesponsert waren.
Auslösen der Spermienbildung bei hypogonadotropem Hypogonadismus
Bei Männern wird hMG nach oder zusammen mit hCG eingesetzt. hCG stellt das Testosteron im Hoden wieder her; hMG ergänzt das FSH-Signal. Die Belege stammen aus Fallserien und retrospektiven Kohorten, nicht aus randomisierten Studien:
| Studie | Männer | Schema | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Kliesch et al., Eur J Endocrinol 1994 | 26 (33 Behandlungszyklen) | hCG 1.000–2.500 IE zweimal pro Woche plus hMG 75–150 IE dreimal pro Woche oder pulsatiles GnRH | Spermien in 30 von 33 Behandlungszyklen; Schwangerschaft in 15 von 18 |
| Büchter et al., Eur J Endocrinol 1998 | 42 (57 Behandlungszyklen) | hCG/hMG oder pulsatiles GnRH | Spermien in 54 von 57 Behandlungszyklen; Schwangerschaft in 26 von 36; Hodenvolumen innerhalb von 5–12 Monaten verdoppelt |
| Liu et al., Medicine 2016 | 223 azoosperme Männer mit angeborenem hypogonadotropem Hypogonadismus | hCG plus hMG | Spermien bei 64 %, nach im Median 15 Monaten; Testosteron stieg von 0,9 auf 15,1 nmol/L |
In der Kohorte mit 223 Männern lagen die erreichten Spermienkonzentrationen (Median 11,7 Mio./mL) noch unter den WHO-Referenzwerten, doch 19 der 34 Männer mit Kinderwunsch erreichten eine Schwangerschaft. Ein größeres Hodenvolumen zu Beginn und keine Vorgeschichte von Hodenhochstand sagten einen früheren Erfolg voraus.
Zwei Metaanalysen ordnen dies ein:
- In einer gepoolten Auswertung von 1.240 Männern mit angeborenem hypogonadotropem Hypogonadismus führte eine Kombinationstherapie (hCG plus entweder hMG oder rekombinantes FSH) nach gewichtet im Mittel 10 Monaten bei 66,8 % zu Spermien, gegenüber 51,9 % nach 33 Monaten mit hCG allein. Die Heterogenität war hoch (I² 86 % und 68 %) (Pozzi et al., World J Mens Health 2025).
- Eine Metaanalyse von 2014 mit 44 Studien fand insgesamt bei 75 % (95-%-KI 69–81 %) der behandelten Männer Spermien im Ejakulat (Rastrelli et al., Andrology 2014). Die hCG-Seite behandelt diese und spätere Metaanalysen ausführlicher.
Nach der Anwendung anaboler Steroide
Keine kontrollierte Studie hat hMG zur Erholung nach der Anwendung anaboler Steroide untersucht. Der einzige spezifische Bericht, der gefunden wurde, ist ein Einzelfall (Menon, Fertil Steril 2003):
- ein Bodybuilder, der sieben verschiedene anabole Steroide angewendet hatte, war ein Jahr nach dem Absetzen weiterhin azoosperm (keine Spermien im Ejakulat);
- er erhielt 3 Monate lang hCG 10.000 IE zweimal pro Woche plus hMG 75 IE täglich;
- die Spermiogramme normalisierten sich, und das Paar wurde 7 Monate später schwanger.
Ein Einzelfall kann weder zeigen, wie oft das funktioniert, noch ob die Erholung ohnehin eingetreten wäre. Größere Beobachtungsdaten zur Erholung nach Steroiden betreffen hCG und Clomifen, nicht hMG (siehe die hCG-Seite). Wie hCG treibt hMG die Hoden direkt an und zeigt daher nicht, ob sich die Hypophyse erholt hat.
Nebenwirkungen und Risiken
Bei Frauen: ovarielle Überstimulation und Mehrlingsschwangerschaft
Die Warnhinweise der US-Fachinformation drehen sich um die ovarielle Stimulation (Menopur US label):
- Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS): ein plötzlicher Anstieg der Durchlässigkeit der Blutgefäße, durch den Flüssigkeit in Bauch- und Brustraum gelangt. Es kann rasch fortschreiten, erreicht etwa 7–10 Tage nach der Behandlung seinen Höhepunkt und verläuft schwerer, wenn eine Schwangerschaft eintritt. Es trat in der Zulassungsstudie zur IVF bei 7,2 % von 373 Frauen auf.
- Mehrlingsschwangerschaft: 35,3 % der 85 Schwangerschaften in dieser Studie waren Mehrlingsschwangerschaften.
- Blutgerinnsel und Lungenkomplikationen: Thromboembolien, akutes Atemnotsyndrom und in seltenen Fällen Todesfälle wurden unter Gonadotropinen berichtet.
- Ovarialtorsion, Eileiterschwangerschaft und Fehlgeburt, teilweise im Zusammenhang mit der zugrunde liegenden Unfruchtbarkeit.
| Nebenwirkung (US-Fachinformation, 434 Frauen, IVF/ICSI) | Häufigkeit |
|---|---|
| Bauchschmerzen | 6,7 % |
| OHSS | 6,2 % |
| Kopfschmerzen | 6,2 % |
| Schmerzen und Reaktion an der Injektionsstelle | 3,9 % |
| Bauchkrämpfe | 3,0 % |
| Vergrößerter Bauch | 2,3 % |
| Entzündung an der Injektionsstelle | 2,3 % |
Thrombophlebitis trat bei weniger als 1 % auf. Meldungen nach Markteinführung umfassen Übelkeit, Spannungsgefühl in der Brust, Akne, Hautausschlag und Hitzewallungen. Die britische Fachinformation nennt außerdem seltene allergische Reaktionen einschließlich Anaphylaxie (Menopur UK SmPC).
Bei Männern
Keine der beiden Fachinformationen nennt Nebenwirkungshäufigkeiten bei Männern. Die Gegenanzeigen der britischen Fachinformation für Männer sind Hodentumoren, Prostatakrebs, Tumoren der Hypophyse oder des Hypothalamus und Überempfindlichkeit gegen das Präparat. Sein LH-ähnlicher Anteil (hCG) erhöht das Testosteron, wie die Kohorte mit 223 Männern zeigt, und hCG erhöht außerdem das Estradiol (siehe die hCG-Seite).
Wer es nicht anwenden sollte
Laut US-Fachinformation ist Menopur bei Frauen kontraindiziert bei:
- Schwangerschaft (Schwangerschaftskategorie X);
- primärer Ovarialinsuffizienz (hohes FSH);
- nicht kontrollierter Schilddrüsen-, Nebennieren- oder Hypophysenerkrankung;
- sexualhormonabhängigen Tumoren des Fortpflanzungstrakts oder Tumoren der Hypophyse oder des Hypothalamus;
- abnormen Gebärmutterblutungen oder Eierstockzysten bzw. -vergrößerungen unklarer Ursache;
- früherer Überempfindlichkeit gegen Menotropin.
Wechselwirkungen
Beim Menschen wurden keine Studien zu Arzneimittelwechselwirkungen durchgeführt. Die britische Fachinformation geht davon aus, dass Clomifen die follikuläre Reaktion verstärkt, und weist darauf hin, dass nach Suppression der Hypophyse mit einem GnRH-Agonisten eine höhere hMG-Dosis nötig sein kann.
Das Wichtigste in Kürze
- FSH plus hCG aus Urin. hMG liefert pro Durchstechflasche gleich viel FSH- und LH-Aktivität, und seine LH-Aktivität stammt überwiegend von hCG.
- In den USA ein Fruchtbarkeitsmedikament für Frauen. Menopur ist von der FDA nur für die Entwicklung mehrerer Follikel bei der IVF zugelassen; die britische Fachinformation umfasst zusätzlich das Auslösen der Spermienbildung bei Männern mit hypogonadotropem Hypogonadismus.
- Bei der IVF konkurrenzfähig mit rekombinantem FSH. Drei große Studien zeigten Nichtunterlegenheit, und der Cochrane-Review von 2026 fand mit hMG im Vergleich zu rFSH wahrscheinlich mehr Lebendgeburten und weniger OHSS, bei moderater Vertrauenswürdigkeit der Evidenz.
- Wirkt bei Hypophysenversagen zusammen mit hCG. In unkontrollierten Kohorten führte hCG plus hMG bei 64–95 % der Männer bzw. Behandlungszyklen zu Spermien, typischerweise nach vielen Monaten.
- Kaum Belege nach Steroidanwendung. Ein einziger Fallbericht ist alles, und wie hCG umgeht es die Hypophyse, statt sie wieder in Gang zu bringen.
Quellen
- Ferring Pharmaceuticals. Menopur (menotropins for injection), prescribing information. DailyMed.
- Ferring Pharmaceuticals Ltd. Menopur 75 IU powder and solvent for solution for injection, Summary of Product Characteristics, überarbeitet am 3. Juni 2026. emc.
- Food and Drug Administration. Drugs@FDA: Menopur (menotropins), BLA 021663. FDA.
- Food and Drug Administration. List of approved NDAs for biological products that were deemed to be BLAs on March 23, 2020. FDA.
- Drug Enforcement Administration, Diversion Control Division. Controlled substances, alphabetical order. DEA.
- Code of Federal Regulations. 21 CFR 1308.13, Schedule III. eCFR.
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